100.000 € im Haushalt – trotzdem kaum vorangekommen

Radverkehr 2018 in Tettnang

Die Summe von 100.000 € hatte der Tettnanger Gemeinderat in den städtischen Haushalt 2018 für die Umsetzung von Maßnahmen des Radverkehrskonzeptes, das von dem Fachbüro VIA für die Stadt erstellt worden war, eingesetzt.

Daneben war auch der Radwegebau zwischen Tannau und Obereisenbach im Haushalt abgebildet, es handelt sich hier jedoch um eine Maßnahme des Landkreises, an der die Gemeinde aber finanziell beteiligt ist.

Die 100.000 € waren mit einem Paket von sieben Einzelmaßnahmen hinterlegt, welche von der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Fachbüro VIA dem Arbeitskreis Rad (AK Rad) vorgestellt und von diesem abgesegnet wurde. Darüber hinaus empfahl der AK Rad auf Vorschlag von Grünen-Stadtrat Hans Schöpf die Aufstellung von Aufbewahrungsboxen mit Lademöglichkeit für Pedelecs. Standorte sollten hier unter touristischen Gesichtspunkten ausgewählt werden.

Das waren die sieben Maßnahmen:

1.) Fahrradstraße in Teilabschnitten in der Pestalozzistraße: Insoweit wurde nichts umgesetzt

2.) Radverkehrsfurten an der Wangener Straße: An zwei Ein-/Ausfahrten wurden hier rote Einfärbungen vorgenommen und zwar bei der Feuerwehr und bei Lidl. Leider keine Einfärbung wurde an der Ein-/Ausfahrt zum öffentlichen Parkplatz Ecke Wangener-/Lindauer Straße vorgenommen, obwohl es dort eher angebracht gewesen wäre, als bei der Feuerwehr-Einfahrt (Foto: Google Maps/Schöpf):

3.) Schutzstreifen in der Bachstraße: Der weitere Schutzstreifen fehlt bis heute (Foto: VIA):

4.) Markierungsmaßnahme in Reutenen: Es ist nicht zu erkennen, dass hier etwas gemacht worden wäre. So sollte es aussehen (Foto: VIA):

5.) In Laimnau sollte in der Römerstraße ein Sperrpfosten zur besseren Erkennbarkeit markiert werden: Wurde bislang nicht umgesetzt. Grünen-Stadtrat Schöpf wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es auch Absperrpfosten aus Kunststoff gebe, die am Fuß ein Knickgelenk hätten. Solche Absperrpfosten seien für Radfahrer*innen weniger gefährlich, als starre aus Metall, welche oft zu gefährlichen Stürzen von Radfahrer*innen mit erheblichen Verletzungen führten. Wenn schon nicht auf solche Pfosten verzichtet werde, so sollten doch weniger gefährliche aufgestellt werden (Foto: VIA):

6.) Verbindung zum Freibad Ried soll asphaltiert werden, da sie leicht abschüssig ist: Diese Verbindung wurde – möglicherweise aus Gründen des Naturschutzes – bislang nicht geteert (Foto: VIA):

7.) Bau einer geteilten Querungshilfe an der Langenargener Straße mit Beleuchtung des Weges zu den Schulen: Diese Maßnahme ist zwar noch nicht vollständig umgesetzt, aber es ist in absehbarer Zeit damit zu rechnen. Die Beleuchtung ist angebracht, weitere Vorbereitungen sind bereits sichtbar. Die Querungshilfe soll im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Vorplatzes der Manzenbergschule und Stadthalle realisiert werden, welche bereits im Gange ist.

Aufbewahrungsboxen mit Lademöglichkeit für Pedelecs wurden 2018 keine aufgestellt.

Stadtrat Schöpf, der für die Grünen im Arbeitskreis Rad (AK Rad) der Stadt Tettnang sitzt, zeigt sich unzufrieden damit, was 2018 in Tettnang aus dem Radverkehrskonzept umgesetzt wurde. Am Ende des Jahres eine ernüchternde Bilanz: Von den sieben Maßnahmen ist eine umgesetzt, eine weitere – die Querungshilfe in der Langenargener Straße für den Schülerverkehr – ist vorbereitet und wird voraussichtlich nach Abschluss der Umgestaltungsarbeiten auf dem Manzenberg umgesetzt. Den Gründen, warum die weiteren Maßnahmen nicht umgesetzt wurden, ist gleich zu Beginn des kommenden Jahres nachzugehen, aber auch der Frage, warum der AK Rad nicht öfter einberufen wurde, um z.B. Ersatzmaßnahmen aus dem Radverkehrskonzept auf den Weg zu bringen. Wenn die Stadt Tettnang fahrradfreundlicher werden will und das Radverkehrskonzept kein Schubladendasein fristen soll, dann muss sich hier weit mehr bewegen, so Stadtrat Schöpf.

Darüber, dass die 100.000 € nicht ausgeschöpft wurden, kann sich nur die Stadtkämmerin freuen, nicht aber der Radverkehr in Tettnang.

Im Entwurf des Haushaltsplans für 2019 taucht erneut der Betrag von 100.000 € für die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes auf, ohne dass zuvor der AK Rad einberufen worden wäre, um über die Maßnahmen für 2019 zu beraten.

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