Auf den freien Markt können wir nicht bauen

(slk) Das Bauprojekt St. Anna ist etwas besonderes und sollte es gleichzeitig nicht sein, da hat der Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung völlig recht. Eine Grundsteinlegung – wie sie am 10. April stattfand – ist jedoch ein beispielgebender Akt mit Signalwirkung nach außen. Für Tettnang ist es das erste große gemeinsame Projekt der Kirchen mit Kooperationspartnern. Andere Bauprojekte für bezahlbaren Wohnraum, entweder initiiert von der Stadt, von Baugenossenschaften oder anderen Investoren, werden und müssen folgen. Der freie Markt schafft keine für alle bezahlbaren Angebote, auf ihn kann man nicht bauen, meinen wir Grünen.
Letztlich muss Tettnang ergebnisoffen auch Instrumente diskutieren, wie Leerstand minimiert werden kann, ob eine Mietpreisbremse hilfreich ist, und wie es mit der Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft und Grundstücksmanagement weiter gehen könnte. Vielen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten war die Grundsteinlegung bei St. Anna wichtig: den Freien Wählern, Grünen, der SPD, bedauerlicherweise nahm die größte Fraktion im Tettnanger Stadtrat, die CDU, überhaupt nicht an diesem wichtigen Tag teil. Für Menschen, die in Tettnang eine neue Heimat finden wollen und für weitere Wohn-Projekte wäre es hilfreich, wenn alle Beteiligten Signale mit gestaltender Wirkung senden würden.
Zudem freuen wir uns, dass der Bau vom St. Anna-Quartier auch Einfluß auf die Lindauer Straße haben wird. Die breite Einfahrtschneise ab Aldi stadteinwärts benötigt dringend eine Veränderung.

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