Welche städtischen Großprojekte kommen zuerst?

Hans Schöpf legt dar, warum die Sporthalle bald gebaut werden muss
Noch steht die detaillierte Reihenfolge, in welcher größere städtische Projekte realisiert werden sollen, nicht fest, außer, dass in 2018 lediglich an der Musikschule angebaut wird, um die Lärmproblematik zu beseitigen. Ansonsten werden lediglich Planungen durchgeführt werden. Dabei wurde beim Beschluss des Haushalts 2018 des Tettnanger Gemeinderats eine neue Sporthalle auf dem Manzenberg mit 75.000 € Planungskosten berücksichtigt, 150.000 € für die Sanierung des Bädles in Obereisenbach wurden zwar eingestellt, aber mit einem Sperrvermerk versehen, d.h. um diese Mittel verwenden zu können, bedarf es eines weiteren Gemeinderatsbeschlusses.

Da für den Bau einer Schulsporthalle möglichst auch Zuschüsse in Anspruch genommen werden sollen, kann mit dem Bau im Jahr 2018 noch nicht begonnen werden, sondern es ist zunächst ein Zuschussantrag zu stellen, über den im Land im Frühjahr 2019 entschieden wird. Erst nach der Zuschussentscheidung, also nach dem Frühjahr 2019, dürfte dann mit dem Bau begonnen werden.
Einigkeit besteht im Rat wohl darüber, dass der Bau von Kindergärten absoluten Vorrang vor allen anderen Projekten hat. Hier stehen der Abriss und Neubau des Loreto-Kindergartens, ein Kindergarten-Neubau in einer Ortschaft und ein weiterer Neubau in der Stadt auf der Agenda an.
Als nächstes steht für die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen der Bau einer weiteren Sporthalle auf dem Manzenberg. Schon vor über 10 Jahren hat der Gemeinderat über eine Berechnung feststellen müssen, dass auf dem Manzenberg in erheblichem Umfang Hallensportstunden fehlen. Und dort geht es nicht nur um Freizeitsport, sondern auch um Schulsport.
Einerseits fehlen Hallenstunden, andererseits wird dort im Stadthallen-Foyer Sport auf hartem Steinboden betrieben, ergonomisch ein Unding. Wenn die Halle für Veranstaltungen bestuhlt, dekoriert und wieder abdekoriert und abgestuhlt wird, steht sie für Sportstunden gar nicht zur Verfügung.
Bewegungssportarten sollten ganz oben stehen
Und es gilt eine Benutzungsordnung, aus welcher hervorgeht, dass in der Stadthalle Ballsport verboten ist. Hintergrund dürfte der fehlende Beleuchtungsschutz sein. Man staune: Schulsport gänzlich ohne Ballsport? Gerade im Zeitalter von Bewegungsarmut, Computer-Nerds und Handy-Sklaven, sollten doch Bewegungssportarten ganz oben stehen. Man erinnere sich auch zurück: Als die Argentalhalle saniert wurde, diskutierte der Gemeinderat darüber, ob die Hallenhöhe ausreicht, damit in der Halle bestimmte Ligaspiele durchgeführt werden können. Dort ging es um Freizeitsport und um einige wenige Termine im Jahr. Bei einer Sporthalle auf dem Manzenberg geht es um die ganzjährige Nutzung für den Schul- und den Freizeitsport.
Deshalb ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass noch weitere Schülergenerationen auf ausreichend Hallenkapazitäten warten sollen. 2017 hat die Stadt trotz mehreren Großprojekten (Mensa, Karlstraße, Asylunterkunft Hagenbuchen und Sanierung Loretoquartier) über 1 Mill. Euro Schulden abgebaut. Dann müssten die Finanzen auch diesen Hallenbau ermöglichen, auch wenn hierfür wieder ein Darlehen in Anspruch genommen werden müsste, immerhin bekommt die Stadt hierbei derzeit noch ausgesprochen günstige Konditionen.
Wenn dann diese Sporthalle steht, ist das Schicksaal der in ihrem Inneren arg in die Jahre gekommene Stadthalle zu überdenken. Sie wird im Moment nur noch mit möglichst geringstem Aufwand am Leben gehalten, da übereinstimmende Meinung ist, dass eine zeitgemäße Sanierung eher teurer kommt als ein Neubau. Es wird aber der nahe Zeitpunkt kommen, da sie weder für Sport, noch für Veranstaltungen einem Publikum zugemutet werden kann. Bis dahin muss man sich auch Gedanken darüber machen, wo und in welcher Form Tettnang wieder eine attraktive Veranstaltungshalle bekommt.

Einstweilen unsere klare politische Meinung: Nach den Kindergärten muss der Sporthallenbau auf dem Manzenberg kommen.

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