Stadtmarketing auf dem Prüfstand

Richtig unterwegs?

Die Tettnanger Grünen im Stadtrat sehen sehr wohl, dass es seitens des Stadtmarketings
ganz viele Aktivitäten gibt, die den Bekanntheitsgrad Tettnangs steigern. Trotzdem stellen
sie sich die Frage, ob man in Tettnang mit dem Stadtmarketing auf dem richtigen Weg sei?
Der Tettnanger Stadtrat habe in jüngster Vergangenheit den Antrag auf Schaffung einer
dauerhaften Stelle im Stadtmarketing abgelehnt mit den Forderungen aus verschiedenen
Fraktionen, so auch seitens der Grünen, dass man sich beim Stadtmarketing grundsätzlich
überlegen müsse, ob man richtig unterwegs sei. Was ist damit gemeint. Was die Grünen
neben vielen Aktivitäten auch wahrnehmen ist, dass vieles immer mehr Geld koste. Wer
habe beobachtet, wie viele Arbeitsstunden im Bauhof der Auf- und Abbau des Weihnachts-
marktes koste? Wie viele Drucksachen und Werbematerialien würden im Laufe eines Jahres
gedruckt?  Mache es wirklich Sinn, das Montfortfest jährlich durchzuführen? Wo wirke eigentlich der ehrenamtliche
Bereich im Stadtmarketing noch mit? Schon bei der Schaffung der hauptamtlichen Stelle im
Stadtmarketing sei befürchtet worden, dass damit vieles nur noch auf diese Stelle verlagert
werde. Diese Befürchtung scheine sich zu bewahrheiten, ohne zunächst auf die Gründe ein-
zugehen.
Es seien einfach die Fragen nach der grundsätzlichen Zielsetzung und Ausrichtung des
Stadtmarketings, danach, ob das vorhandene Geld und Personal richtig eingesetzt werde.
Ob der Einzelhandel nicht wieder mehr in die Pflicht genommen werden könne und solle?
Ob eine richtig pfiffige Aktion nicht vielleicht mehr bewirken könne, als mehrere längst
überholte biedere Aktionen? All das seien aus Sicht der Grünen weniger strukturelle, son-
dern vielmehr konzeptionelle Themen. Aber man sei an einem Punkt angekommen, wo das
Stadtmarketing nach einigen Jahren mit neuen Strukturen einmal auf den Prüfstand gestellt
werden solle, ehe man über die Schaffung weiterer dauerhafter hauptamtlicher Stellen ent-
scheide. Schließlich habe man in den Haushaltsberatungen für 2017 noch schwierige Aufga-
ben zu lösen. Und nach Meinung der Grünen sollten wenigstens ein paar Prüfkriterien ein-
gezogen werden, anhand derer auch die Schlagkraft des Stadtmarketings bewertet werden
könne, so schwierig dies auch sei. Werde durch Aktivitäten des Stadtmarketings mehr Kauf-
kraft in der Stadt gebunden? Würden mehr Kund*innen aus der Region nach Tettnang ge-
lockt? Könne die Leerstandquote verringert werden? Habe sich die Verkaufsfläche in der
Stadt vergrößert? Der Fraktionsvorsitzende der Tettnanger Grünen hatte im letzten Kom-
munalwahlkampf in einer öffentlichen Veranstaltung den Satz gesagt: „Karlstraße rauf und
Montfortstraße runter ist einfach zu wenig.“ Was haben wir jetzt für eine Entwicklung, fra-
gen die Grünen? In der unteren Montfortstraße zugeklebte Schaufenster: Physiotherapie.
Daneben zugeklebte Schaufenster: Tattoo-Studio. Noch weiter oben: zugeklebte Schaufens-
ter: Software. Im neuesten Geschäftslokal in der Karlstraße mit Schaufenstern zur Karl-
straße zieht ein Versicherungsbüro im Erdgeschoss ein: zugeklebte Schaufenster? Das ziehe
nicht zum Schaufensterbummel in die Innenstadt. Hier müsse sich etwas ändern, es müss-
ten die Ziele des Stadtmarketings schärfer formuliert werden und das Handeln stärker da-
ran Zielen ausgerichtet.

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