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Wohnkonzepte und ihre Finanzierung

(slk) Kommunen bauen nicht mehr selbst, sondern überlassen es anderen. Die Folge: durch den mangelnden Einfluss mittels Stadtplanung entsteht ein „Wildwuchs“ an zum Teil undurchdachten, langweiligen Neubaugebieten. Zudem ist – verursacht durch Geldanlagensuche – die Spekulation mit Boden und Wohnungen auf dem Markt stark aufgeheizt. Das Wohnen wird immer teurer. Nicht nur in Großstädten auch in Tettnang und Umgebung suchen viele Menschen bezahlbaren Wohnraum. Wie können sie durch gemeinschaftliches Bauen Kosten senken? Welche Modelle gibt es, um selbstständig Häuser für mehrere Nutzer zu erstellen? Diesen und weiteren Fragen ging Dr. Eva Wonneberger in ihrem Vortrag am 19.April 2016 nach.
Ein Modell, das in unterschiedlichen Größen, ein Revival erlebt, sind die Genossenschaften.  Sie arbeiten unternehmerisch, sind jedoch nicht auf Renditen im herkömmlichen Sinne aus. Schließen sich beispielsweise 20 – 30 Bauherren zu einer Genossenschaft zusammen, können sie ca 20 – 25% billiger bauen als mit einem Bauträger. Ein Prinzip von Genossenschaften ist die auf Dauer garantierte Miete. Jeder, der in die Genossenschaft einzahlt, hat eine Stimme, ob man mit 30.000 oder 100.000 € dabei ist.
Gemeinschaftliches Bauen erlaubt andere Lösungen für die Erstellung von Gebäuden:  eine Gästewohnung für alle Bewohner, so dass die Grundrisse der Privateinheiten kein Extrazimmer vorhalten „müssen“.  Mit dem Grundstückseigentümer kann Erbpacht vereinbart werden, statt eines teuren Grundstückskaufs. Willigt dann noch die Kommune ein, dass aufgrund von Carsharing weniger Parkplätze vorgehalten werden müssen, lassen sich Baukosten weiter minimieren.  Aus anderen Gemeinden wie Tübingen oder Freiburg ist bekannt, gemeinschaftlich bauen erhöht die Identifikation der dann dort wohnenden Menschen mit ihrem Quartier. Ist dann zusätzlich – durch Bauherren und Kommune beeinflusst – eine interessante Durchmischung mit Büro, Laden, Café etc. gewollt, entsteht im Viertel eine bessere Infrastruktur. Unter den rund 25 Zuhörern fanden sich Gemeinderäte, Kirchenvertreter, interessierte Bauherren,  Architekten sowie Bauträger. Nach dem Vortrag diskutierten diese,  wie das in Tettnang realisierbar wäre. Die Größe eines Ortes ist für die Umsetzung da nicht maßgeblich: Auch kleinere Gemeinden wie Burgrieden bei Laupheim gehen schon mit gutem Beispiel voran.

http://www.viainstitut.de/team-eva.html

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