Ein Tag im Erstaufnahmelager in Salzburg

Ein Gastbeitrag von Marc Heintz, Vorstand des Grünen OV-Kressbronn.

Marc Heintz ist mit einer Hilfsorganisation nach Salzburg, um dort zu helfen wo Hände fehlen. Nachfolgend sein Bericht:

Die Grenze zwischen Deutschland und Osterreich – Freulassing Salzburg. Salachbrücke. Für viele Endstation einer langen teilweise quälenden Reise. Sie kommen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, Irak, Eritrea,… Junge und alte Männer und Frauen, Kinder, Säuglinge, Schwangere, Behinderte. Völlig überfordert mit der Situation, nicht wissend was mit Ihnen passiert. Familien werden auf der Flucht auseinander gerissen. Den Eltern steht die Angst förmlich ins Gesicht geschrieben. Väter würden sich eher umbringen als ihre Kinder zurück zu lassen. Sie haben alle die Hölle hinter sich, das sieht man ihnen an ohne ein Wort mit Ihnen zu reden. Sie sind einfach nur glücklich wenn sie wie Menschen behandelt werden und nicht wie Vieh. Kein Mensch der so ein Lager von innen gesehen hat wird behaupten dass diese Menschen nicht aus gutem Grund ihr Land verlassen. Diese Szenen gehen unter die Haut. Eingenässte schreinende Kinder, frierende Menschen wo man hin schaut. Übelriechende Massenlager, keinerlei Privatsphäre in den Zelten. Dabei die völlige Ungewissheit wie es wann wo hin weiter geht. Ich habe noch nie einem Mensch mit einer Mandarine so eine große Freude machen können. Ich war in der Erstregistrierung. Ich habe jedem Ankommenden ein grünes Bändchen um das rechte Handgelenk gebunden. Niemand wusste was die Nummer darauf bedeutet, aber allein das Gefühl strahlte bei fast allen eine Art Erleichterung aus. Wieder ein Schritt näher am Ziel. Ein Stück weiter weg aus der Hölle.

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