Guter Auftritt nach innen und außen?

Bürgermeister Bruno Walter bei Bündnis 90/ Die Grünen

(mr) Wie werden wir unverwechselbarer? Was bietet die Stadt und wie kann besser kommuniziert werden? Der Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen hatte Bürgermeister Bruno Walter zur regulären Versammlung  eingeladen, um rund um die 150210_OV_mit_BMThemen „Stadtmarketing/Stadtentwicklung und Kommunikation“ zu diskutieren.
Städtische Entscheidungen würden oft schlecht der Bürgerschaft mitgeteilt, kritisierte der Ortsverband an dem Abend. Die Grünen wünschten sich mehr positive PR-Aktionen (siehe die Einführung von Tempo 20). Statt den Einwohnern, Pendlern und Besuchern mitzuteilen “Wir haben die Innerörtliche. Jetzt können wir mehr Aufenthaltsqualität mit Tempo 20 in der Kernstadt bieten“, kam die Nacht-und Nebel-Aktion mit den Schildern bei vielen Bürgern als nicht nachvollziehbare Entscheidung und Kontrolle an.
„Es ist nicht zu beschönigen, das ist wirklich nicht gut gelaufen,” bestätigte Bruno Walter die Einführung von Tempo 20. Zum Thema Stadtmarketing erklärte er, wie mehrere Abteilungen die diesen Bereich berühren. Zum einen gäbe es den Stadtmarketing-Verein, der zeitlich sehr belastet sei mit den schon vorhandenen großen städtischen Aktionen. „Da ist kaum Luft nach oben“. Zusätzlich seien Mitarbeiter für die Wirtschaftförderung, angesiedelt im Rathaus bei den Finanzen und schließlich die Assistentin des Bürgermeisters für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Doch in Zukunft müsse die Vernetzung und Kommunikation besser erfolgen, bekräftigte Walter.

Nicht warten, sondern anfangen!

Die Wegeverbindung über die Grabenstraße zwischen den Achsen Karl- und Montfortstraße sollte das Rathaus  nicht zur weiteren verpassten Chance werden lassen, forderten einige bei der Sitzung. Das Wettbewerbsergebnis zeige Veränderungsmöglichkeiten auf. Statt den Planungsauftrag, der noch im Gemeinderat abgesegnet werden muss, abzuwarten, könne man doch schon mit Maßnahmen wie Beleuchtung/ Figuren und anderen kostengünstigen Ideen die Wege-Aufwertung beginnen, so Hans Schöpf.
Wenn Menschen sich nur in der Kernstadt im Freien aufhalten könnten, weil sie etwas konsumieren, dann fehlten wichtige Bausteine wie Plätze, die zum Bleiben einladen, betonte auch Andrea Rehm. „Die Wohlfühl-Qualität läßt sich nicht an den Zahlen, wer kauft wie viel, ablesen.“ Aus anderen großen Kommunen sei die erfolgreiche Methode bekannt, erst Plätze zu gestalten, das wirke sich dann auf die Ansiedlung von Wohnen, Geschäften und vor allem auf Aufenthaltsqualität aus.
Doch nach wie vor sei als Lösung für die innerstädtische Entwicklung „Kaufen“ – auch im Hinblick auf den Lebensmittelmarkt/Vollsortimenter – das vordergründige  Thema in den Gremien. Einig waren sich Bürgermeister und Grüne, dass eine Nahversorgung mit den dabei entstehenden Kontaktmöglichkeiten in der Kernstadt wichtig sei. „Leider werden seit vielen Jahren imer wieder verschiedene Orte ohne Ergebnis anvisiert,“ kritisierte Hans Schöpf. Nun müsse man befürchten, dass in einer Hauruckentscheidung, ohne es sinnvoll zu überdenken, die Grabenstraße mit problematischer Verkehrssituation als Lösung herhalten muss.

Kein Bericht notwendig

Kritisch wurde in der Diskussion angemerkt, dass die verschiedenen Aktivitäten des Stadtmarketings nicht ausgewertet werden. Für die Arbeit am Image der Stadt sei kein Jahresbericht notwendig. „Wir verkaufen Allgemeinfloskeln,“ betonte Susanne Lund. „Autoschau, verkaufsoffener Sonntag und Muttertagsaktionen unterscheiden uns nicht von anderen Kommunen.“
Tettnang habe noch nicht seine kommunale Marke gefunden, bestätigte Bruno Walter auf der Versammlung. Dabei gäbe es „hidden champions“, die nur nicht beworben werden. Selbst wenn ein zukünftiger Elektronik-Pfad – wie ihn Bündnis 90/Die Grünen andenken – noch der Konkretisierung bedarf: „wenigstens an einem Wochenende pro Jahr sollten wir mit etwas Tettnang-Spezifischem den Anfang machen.“

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