Braucht Tettnang mehr Parkplätze und wenn ja, wo sollen diese entstehen?

(hs) Angesichts der Realisierung des Wettbewerbs zu den innerstädtischen Verkehrsflächen sind die Grünen das Thema nicht von der Frage der Anzahl der Parkplätze aus angegangen, sondern von der Frage, wo Tettnang mit seiner Innenstadt und seinem Einzelhandelsstandort in ca. 30 Jahren stehen will. Das Dreieck Ravensburg, Friedrichshafen, Lindau und die Entwicklung des Internethandels stelle Tettnang vor Herausforderungen, welche eine tiefgreifendere Strategie erfodere, als
a_141022_Parkh_Grabenstrnur den Ruf nach mehr Parkplätzen. Wenn man durch die gähnend leeren Parkdecks des Parkhauses in der Grabenstraße gehe, frage man sich ohnehin, ob in Tettnang bislang nicht jeder in den Straßen einen Parkplatz finde und gar nicht den Anlass verspüre, das Parkhaus aufzusuchen. Die Grünen wollen die Frage nach der angemessenen Anzahl der öffentlichen Parkplätze in der Innenstadt denn auch durch einen Vergleich des Verhältnisses von Einzelhandelsflächen in der Innenstadt zur Zahl der Stellplätze in Tettnang mit anderen Städten in der Region geklärt wissen. Wenn es um Millionen-Investitionen gehe, solle man sich auf objektivierte Zahlen stützen und nicht auf subjektive Eindrücke.

Wenn sich die Grünen für die Schaffung von Parkraum an anderer Stelle aussprechen, dann eher unter dem Aspekt, dass dadurch in der Kernstadt weiterer Raum geschaffen wird, um den Einzelhandelsstandort zu vergrößern und weiter zu entwickeln. Für die Grünen ist die
a_141022_GrabenstrGrabenstraße zwischen Karl- und Montfortstraße, mitten in der Stadt und mit einer tollen Rückfront der Schulstraße viel zu schade, um sie nur als Zufahrt zu einem Parkhaus zu verschwenden. Hier liege wertvolles Potential, um den Innenstadtbereich zu vergrößern. Wenn man sich als Einzelhandelsstandort behaupten wolle, dann genüge langfristig nicht das „Karlstraße rauf und Montfortstraße runter“. Und man müsse sich in Tettnang von den Gedanken, der schnellen Lösungen verabschieden. Erforderlich sei eine langfristig ausgelegte, zielgerichtete Strategie. Dazu gehöre auch die Frage, was für einen „Frequenzbringer“ man idealer, aber auch realistischer Weise in der Stadt ansiedeln wolle und könne.

Es schloss sich dann eine Diskussion über die verschiedenen Standorte für neue öffentliche Parkplätze an. Zu dem Standort hinter Jugendhaus, Gasthaus Löwen und Tafelladen lägen ja Pläne in den Rathausschubladen, welche dort eine Bebauung mit Tiefgaragendecks vorsehe, welche bis unter den Montfortplatz reichen könnten. Der Vorteil dieses Modells sei, dass die notwendigen Grundstücke fast vollständig in städtischer Hand seien. Nachteilig sei sicherlich die technische Herausforderung, wenn man in unmittelbarer Nähe des Rathauses in den Untergrund gehe, in welchem historisch bedingt mit Sicherheit zahlreiche Kanäle und Leitungen verliefen. Auch die im Kommunalwahlkampf vorgebrachte Idee, die Grabenstraße zu deckeln, den motorisierten Verkehr dort tiefer zu legen und oben auf den Deckel Bereiche für Fußgänger zu schaffen, wollen die Grünen nicht undiskutiert lassen. Auf
a_141022_schlossstrgroßes Interesse stößt bei den Grünen die Idee, an der Ecke See-/Schlossstraße mit Parkplätzen unter die Erde zu gehen. Der große Vorteil dieser Lösung sei es, so die Grünen, den Parkverkehr in der Seestraße abzufangen und unter die Erde zu bringen. Gleichzeitig könne man einen Ausgang dieser Tiefgarage unter der Schlossstraße hindurch ganz nah oder gar in den Kern der Innenstadt bringen. Dies biete auch die Möglichkeit, den Schlosspark besser an die Innenstadt zu binden und zu einer Einheit verschmelzen zu lassen. Allerdings erfordere diese Lösung auch Überlegungen, wie das bisherige Parkhaus in der Grabenstraße möglicherweise anders genutzt werden könne. Die Tettnanger Grünen betrachten den Standort und insbesondere den Umstand, dass mit der Zufahrt zu diesem Parkhaus wertvoller, innerstädtischer Raum mit Verkehr durchschnitten und blockiert wird, als ausgesprochen nachteilig.

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